Zweites Spiel, zweiter Sieg: Bärenstarke Mentalitätsleistung im Heimkrimi!

Zum ersten Mal in dieser noch jungen Oberliga-Saison präsentierte sich unsere weibliche C1 vor heimischer Kulisse in Pflugfelden. Die Vorzeichen standen jedoch alles andere als optimal: Im Vergleich zur Vorwoche ging das Team mit gleich drei Spielerinnen weniger in die Partie und musste die vollen 50 Minuten mit einem stark dezimierten Kader bestreiten – zu allem Überfluss kam im Spielverlauf auch noch Verletzungspech hinzu.

Zudem traf man auf einen hellwachen Gegner: Die HSG Hohenlohe startete mit viel Druck und Tempo in die Begegnung. Anders als noch in der Vorwoche, als man vor allem gegen eine 6:0-Abwehr Lösungen finden musste, agierten die Gäste mit einer sehr offensiven Deckung. Unsere Mädels hielten beherzt dagegen und blieben stets in Schlagdistanz, doch die vielen technischen Fehler aus dem Auftaktspiel waren noch nicht gänzlich abgestellt. Erschwerend kam ein spürbares Spielunglück hinzu, das sich wie ein roter Faden durch die gesamte Partie zog: Gefühlt jeder Abpraller und jeder freie Ball landete direkt in den Händen der Gegnerinnen oder unglücklich im Seitenaus. Folgerichtig ging es mit einem knappen 14:16-Rückstand in die Kabine.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie über weite Strecken zerfahren und das Spielglück wollte einfach nicht auf Ludwigsburger Seite kippen. Doch die Gäste bissen sich im Abschluss die Zähne aus: Hohenlohe verzweifelte regelrecht an unserer überragenden Torhüterleistung. Luna Haag und Anna Göbel brachten die gegnerischen Schützinnen im Kasten reihenweise zur Verzweiflung und parierten unter anderem mehrere Siebenmeter glänzend. Dadurch kämpfte sich die Mannschaft Tor um Tor heran. In der Schlussphase entwickelte sich ein absoluter Handball-Krimi: Ab dem 25:25 legte Ludwigsburg stets mit einem Treffer vor, ehe Hohenlohe postwendend ausglich. Rund zehn Sekunden vor dem Ende fiel schließlich der viel umjubelte 30:29-Siegtreffer, und der finale Angriff der Gäste konnte erfolgreich vereitelt werden. Der Jubel in der Halle kannte keine Grenzen!

Dass dieser Sieg ein reiner Kraft- und Willensakt war, belegt ein Blick auf das Strafenkonto und die Bank: Mit praktisch nur einer einzigen Auswechselspielerin für das Feld ging die Mannschaft über die vollen 50 Minuten an ihr absolutes Limit – und musste davon sage und schreibe 14 Minuten in Unterzahl (sieben 2-Minuten-Zeitstrafen), phasenweise sogar in doppelter Unterzahl, bestreiten. Was die Mädels hier physisch abgerissen und weggearbeitet haben, war eine absolute Energieleistung. Es war ein packender Abnutzungskampf auf Biegen und Brechen, bei dem die Zuschauer in Sachen Einsatz, Moral und Charakter voll auf ihre Kosten kamen!

Mit zwei Siegen aus den ersten beiden Spielen ist der Start in die Oberliga perfekt geglückt. Diese bärenstarke Mentalität und den vollen Teamgeist wird die Truppe auch dringend brauchen, denn im anstehenden Lokalderby wartet mit dem aktuellen Tabellenführer HABO JSG ein echter Brocken.

Für die HB Ludwigsburg spielten: Rosalie Speckert, Amalija Vukovski, Maria-Isabel Nägele, Emma Bušić, Lilian Großhans, Anna Göbel, Emilia Bauer, Luna Haag, Dana Hahn und Leana Lukas.

Trainer: Alexander Radtke-Großhans und Kerstin Fischer-Haag.

 

 

 


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