
Dämpfer in Rauenberg: Nach Traumstart reißt der Faden
Mit hohen Erwartungen reiste die weibliche C1 der HB Ludwigsburg am Samstag zum Auswärtsspiel bei der HSG Dielheim/Malschenberg an. Nach dem guten Saisonstart und den jüngsten Ergebnissen der Gastgeberinnen sollte unbedingt Zählbares mitgenommen werden – und die Anfangsphase schien genau diesen Plan zu bestätigen: Hellwach und zielstrebig legte das Team los und ging früh mit 4:1 (5. Minute) in Führung.
Doch anstatt Sicherheit zu geben, schlich sich nach diesem Auftakt ein spürbarer Leichtsinn ins Spiel ein. Die nötige Spannung und Energie fehlten zusehends, um die Partie vollends an sich zu reißen. In der Defensive fand die Mannschaft kaum Zugriff, es fehlte an Härte und Dichte, sodass die HSG immer wieder über dieselben Muster zum Torerfolg kam. Auch im Angriff stockte der Motor gewaltig: Gegen die sehr defensiv stehende Abwehr der Hausherrinnen fehlten die zündenden Ideen, der Mut zum konsequenten Anlaufen und das entschlossene Hochsteigen aus dem Rückraum. Dass der Rückstand zur Pause beim 10:11 denkbar knapp blieb, war vor allem einer erneut starken Torhüterleistung zu verdanken.
Nach deutlichen Worten in der Kabine hoffte man auf ein Erwachen im zweiten Durchgang, doch das Bild setzte sich zunächst fort: Zu viele technische Fehler machten es schwer, Druck aufzubauen, während Dielheim/Malschenberg Schritt für Schritt auf 19:15 und 19:16 davonzog. Erst eine brenzlige Phase weckte noch einmal die Lebensgeister: Nach einer Zwei-Minuten-Strafe parierte die Ludwigsburger Torfrau stark, der Gegenstoß saß und die Unterzahl wurde bemerkenswert zu einem 4:0-Lauf genutzt – beim 19:19 (42. Minute) war die Partie plötzlich wieder völlig offen! In diesem Moment kehrten Energie und Kampfgeist zurück, das Momentum schien zu kippen.
Doch genau in dieser entscheidenden Phase verlor das Team erneut den Faden: Unnötige Ballverluste, fehlender Mut im Zug zum Tor und technische Fehler brachten die Gastgeberinnen zurück auf die Siegerstraße. Am Ende stand eine bittere 21:24-Auswärtsniederlage auf der Anzeigetafel. Auf diesem Niveau wird jede Nachlässigkeit bestraft – ohne hundertprozentige Energie, Überzeugung und Konzentration reicht es gegen keinen Gegner. Nun stehen drei Wochen Pause an: In dieser Zeit muss das Team den Schlüssel für die eigene Überzeugung wiederfinden und sich neu formieren. Am 8. November soll vor heimischer Kulisse in Oßweil von Beginn an klargestellt werden, wer Herr in der Halle ist, damit beide Punkte in Ludwigsburg bleiben!